Dein Erster Restaurantbesuch in Japan: Fettnäpfchen vermeiden

Japan ist nicht nur ein Paradies für Feinschmecker, sondern auch ein Land, in dem Traditionen und Höflichkeit großgeschrieben werden. Wer zum ersten Mal ein japanisches Restaurant betritt, steht oft vor kleinen Herausforderungen: Wie bestelle ich richtig? Darf ich meine Schuhe anbehalten? Und warum schaut mich die Bedienung so irritiert an, wenn ich ein Trinkgeld geben will? Keine Sorge, mit ein paar einfachen Tipps wird dein erster Restaurantbesuch in Japan zum entspannten Genuss.


Bestellen: Ticketautomat, Selbstbedienung oder am Tisch?

In Japan gibt es verschiedene Bestellmethoden, je nach Art des Lokals.

In Ramen-Lokalen oder Gyudon-Imbissen findest du oft Ticketautomaten direkt beim Eingang. Hier wählst du dein Gericht aus, bezahlst sofort und gibst den Bon an der Theke ab. Keine Angst, die Automaten haben meist Bilder und manchmal sogar englische Beschriftungen.

In Foodcourts, Burger-Ketten oder Udon-Imbissen ist Selbstbedienung üblich: Du wählst dein Essen aus und bezahlst an der Kassa.

Bei anderen Restaurants bestellst du dagegen meist am Tisch, direkt beim Personal, mit einem Tablet oder mit deinem Smartphone (QR-Code scannen). Wenn du bestellen möchtest, reicht ein Knopfdruck (in manchen Lokalen) oder ein freundliches „Sumimasen“ (Entschuldigung), um die Aufmerksamkeit der Bedienung zu bekommen.


Betreten mit oder ohne Schuhe?

Ob du deine Schuhe ausziehen musst, erkennst du meist an der Türschwelle. Steht dort ein Schuhregal oder siehst du Hausschuhe bereitstehen, ziehst du deine Schuhe aus. In vielen traditionellen Restaurants, besonders in Tatami-Räumen, ist das üblich. In modernen Lokalen oder Fast-Food-Ketten kannst du deine Schuhe dagegen anbehalten. Im Zweifel: Einfach kurz beobachten, was die Einheimischen machen.


Wasser ist gratis – und manchmal auch Tee

In fast jedem japanischen Restaurant bekommst du kostenloses Leitungswasser serviert, oft sogar automatisch. Manchmal steht auch ein Krug mit kaltem Wasser auf dem Tisch. In manchen Lokalen gibt es sogar gratis Tee. Du musst also nicht zwingend ein Getränk bestellen – ein Vorteil für deinen Geldbeutel und eine angenehme Überraschung.


Softdrinks: Kleine Füllmenge, großer Geschmack

Japanische Getränkeportionen sind oft deutlich kleiner als in Europa. Ein Glas Cola entspricht oft etwa einer österreichischen „Kinderportion“. Auf der Speisekarte steht die Füllmenge nicht immer dabei (gesetzlich nicht geregelt) – frag einfach nach, wenn du unsicher bist. Wer Durst hat, bestellt einfach öfter nach oder greift zu unbegrenzten Refills („nomihōdai“), die in manchen Ketten angeboten werden.


Bezahlen an der Kassa – aber nicht überall

In den meisten Restaurants (außer Lokalen mit Ticketautomaten oder Selbstbedienung) bezahlst du erst nach dem Essen an der Kassa. Nimm deinen Bon vom Tisch mit und gib ihn beim Bezahlen ab. Kreditkarten werden fast überall akzeptiert, aber man sollte immer etwas Bargeld dabei haben – manche kleine Lokale sind noch cash-only.


Trinkgeld? Bitte nicht!

In Japan ist Trinkgeld nicht üblich und kann sogar für Verwirrung sorgen. Die Bedienung könnte dir hinterherlaufen, um das „vergessene“ Geld zurückzugeben. Servicegebühren sind in der Rechnung inkludiert, und Gastfreundlichkeit wird von dir mit einem Lächeln und einem Gochisōsama deshita (Danke für das Essen) belohnt.


Fazit: Mit diesen Tipps steht deinem ersten Restaurantbesuch in Japan nichts mehr im Weg. Und wer weiß – vielleicht wirst du ja zum Stammgast in einem versteckten Izakaya, das keine Touristen auf dem Radar haben. Guten Appetit – oder wie man in Japan sagt: „Itadakimasu!“